10. Februar 2010 • WebTV
Zwei junge Typen, gerade fertig mit der Filmhochschule, stellen sich bei einem Produzenten vor, um ihm ein Projekt vorzustellen. Nur dumm, dass sie ihre Idee nicht verraten wollen.
So fängt “Die Bewerber” an, der Gewinnerfilm des ersten Webfilm Award der von König Pilsener ins Leben gerufen wurde. Die Komödie von Lutz Heineking, ist nach dessen Auskunft eher spontan entstanden, aus einer kreativen Laune heraus und mit improvisierten Dialogen. Diese Spontanität versprüht dann auch der fertige Film, was ihm gut tut. Doch auch auf eine ordentliche Pointe am Schluss wird nicht verzichtet. Ein Gag, mit dem das Leid junger Filmschaffender, die mühsam versuchen einen Fuss in die Branche zu setzen, mit einem kurzen Paukenschlag komprimiert.
Der König Pilsener Filmaward ist mit 10.000 Euro dotiert. Verliehen wurde er von Til Schweiger, der der Jury vorsitzt. Unterstützt wurde die Fachjury von Sébastien Wolf, dem Gewinner des Publikumvotings. Überreicht wurde der Preis am 28.01.2010 im Axel Springer Haus in Berlin. Dank der Prominenz waren dann auch etliche Kamerateams anwesend.
Til Schweiger lobte in seiner Ansprache die breite Bandbreite der Themen der Einreichungen und die vielen hochklassigen Filme. Als er schließlich den Gewinnerfilm bekannt gab, scherzte er, dass Roland Emmerich an seiner Stelle vielleicht den SF-Film “Reise zum Mars” ausgezeichnet hätte, der ebenfalls unter den drei Finalisten gelandet war.
Ich persönlich muss der Jury aber recht geben. Der Gewinnerfilm war der einzige, der mich wirklich überzeugt hat. Auch wenn ich an die anderen Filme denke, die ich während der Einreichungsphase gesehen habe (alle 354 Beiträge habe ich natürlich nicht gesehen). Das beweist, dass auch nicht immer alles rockt, nur weil es ein “Webfilm” ist. Aber eben auch, dass man im Internet immer wieder kleine Perlen findet, die sonst sehr viel schwerer die nötige Aufmerksamkeit gefunden hätten.
Und über Til Schweiger kann man denken was man will (und über seine Performance in Inglourious Basterds). Ich finde ihn super, Promibashing geht mir eher am Arsch vorbei. Ich finde es grundsätzlich geil, das ein Kinostar sich die Zeit nimmt bei einem kleinem Preis für Webfilme mitzumachen. Und auch das ein Unternehmen so einen Preis überhaupt ins Leben ruft und dazu ein ordentliches Preisgeld zahlt, mit dem ein Newcomer weitere Projekte finanzieren kann.
Der Förderung des Mediums Film im Internet kommt das auf jeden Fall zu Gute, und man kann hoffen das auch dieses Jahr wieder ein König Filmaward ausgeschrieben wird.
Weitere Infos
facebook.com/koenigfilmaward
twitter.com/webfilm_Award
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