26. Februar 2010 • Webserie
»The Hunt is on«, unter diesem Slogan ging die aufwändige kanadische Steampunk-Webserie »Riese« im November 2009 online. Jetzt heißt es erst mal »the hunt ist off«, denn seit ein paar Wochen sind die Folgen aus dem Netz veschwunden.
Grund dafür ist die Kooperation der Riese-Macher mit der Londoner TV- und Filmvertriebsfirma ContentFilm. Deren Digital-Abteilung »Fireworks« hat auch schon die Webserie »Valemont« ins Fernsehen gebracht.
Die Zukunft von Riese ist momentan ungewiss. Wird die Serie ins Fernsehen kommen? Oder wieder ins Netz? Oder Beides? Für die Filmemacher bedeutet es jedenfalls, dass die Finanzierung ihrer Serie gesichert ist. Denn – die Serie ist sehr teuer produziert und orientiert sich von Anfang an ganz eindeutig an gängigen Fernsehstandards.
Die Folgen aus dem Netz zu nehmen ist dem Riese-Team scheinbar nicht leicht gefallen, wie man aus der offiziellen Bekanntmachung auf der Homepage herauslesen kann.
Was lernt man also aus dem Fall Riese? Eine schweineteure Webserie zu produzieren und diese nur auf YouTube zu stellen, ist immer noch weit entfernt von kostendeckend. Ohne den Deal mit einem etablierten Vertrieb wären die Dreharbeiten wahrscheinlich nicht mehr lange weitergegangen – die Finanzierungsfrage, wurde vom Filmteam immer wieder thematisiert.
Das Medium Webserie hat sich aber wieder einmal als super Wahl herausgestellt, um mit neuen Themen zu experimentieren (Steampunk), die von Fernsehredakteuren eventuell bereits im Konzeptstadium abgelehnt worden wären.
Für die Filmemacher, ist ihre Webserie eine wunderbare Visitenkarte, die ihnen Türen öffnet.
Soweit also alles gut.