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Bret Easton Ellis – Paul Schrader – Kickstarter

Jetzt springen sogar schon Paul Schrader und Bret Easton Ellis auf den Crowdfunding-Zug auf und versuchen über Kickstarter Geld für ihren neuen gemeinsamen Independent-Thriller The Canyons zu sammeln. Allerdings sollen die 100.000-Dollar, die sie mit der Kampagne erreichen wollen, nicht den kompletten Film bezahlen …

Hier geht’s zur Kickstarter-Seite.

Via 5 Filmfreunde

Heißes Thema: Crowdfunding für Spielfilme

In den letzten Tagen war überall in der Presse von „Crowdfunding“ im Spielfilmbereich zu lesen. Verständlich: Wenn teamworx ankündigt einen Erotikfilm mit namhaften Schauspielern zu produzieren, dann ist das ein Zug bei dem Medien wie Bild oder Spiegel gerne aufspringen.

Aber ist die Zeit schon reif für Crowdfunding von Filmen in Deutschland? Und können auch unbekannte Nachwuchsfilmer davon profitieren, oder braucht es Star-Unterstützung und nackte Haut, um überhaupt wahrgenommen zu werden – wie bei Hotel Desire?

Heute berichteten die Macher von Iron Sky (Energia Productions) davon wie ihr Versuch ausgegangen ist, das Loch von 300.000 Euro in ihrem Budget (Gesamtbudget 7,5 Millionen Euro) durch crowdfunding zu stopfen. Zusammengekommen sind am Ende etwas mehr als 10.000 Euro. Dabei haben Energia Productions durch ihren Erfolgsfilm Star Wreck auf der ganzen Welt zahlreiche Fans.

Als Problem nennen sie vor allem drei Punkte:
– der Film war schon fertig gedreht, es ging nur darum Löcher in der Post-Produktion zu stopfen
(Zuschauer wollen Geld geben damit ein Projekt überhaupt erst gestartet werden kann. Ist der Film „bereits gedreht“, wirkt es für normale Zuschauer so, als wäre die wichtigste Arbeit schon getan.)
– Das Ziel war mit 300.000 Euro zu hoch gesteckt
– Sie haben zu viele verschiedene Crowdfunding-Plattformen genutzt, was Nutzer eher verwirrt hat

Durch nackte Tatsachen zum Ziel?

Bei Hotel Desire verlassen sich die Filmemacher auf keine der zahlreichen Crowdfunding-Portale die überall aus dem Boden schießen, sondern ermöglichen Spenden und Finanzierungen nur über die eigene Webseite.

Die Anreize für die Unterstützer sind gut gewählt: Schon ab 5 Euro erhält man einen Streaming-Gutschein für den fertigen Film. Auch eine lustige Idee: Desto höher der Spendenbalken geht, umso mehr Drehbuchkapitel werden freigeschaltet. Es passiert also immer etwas Neues auf der Homepage, auch wenn man immer wieder mal vorbei schaut.

Das Thema Kunstporno ist für einen Film, der im Web entstehen und gezeigt werden soll, sicherlich günstig gewählt. Das Projekt ist auch sehr ambitioniert, und macht einen rundum viel versprechenden Eindruck. Allerdings ist die angesetzte Summe von 170.000 Euro sehr hoch. Als Ziel für die Finanzierung hat man sich 80 Tage gesetzt. Trotz zahlreicher Medienartikel ab Tag 1, kamen bisher im Durchschnitt etwa 1.000 Euro am Tag zusammen. Hier muss also noch etwas passieren, da bei gleichbleibenden Tempo nur die Hälfte der Summe zusammenkommen würde. Es bleibt also spannend, ob das Projekt überhaupt zustande kommt.

Papa Gold – Trailer 2011 from faunafink on Vimeo.

Und sonst so? Wenn man durch die zahlreichen Crowdfunding-Angebote surft, findet man zahlreiche ambitionierte Nachwuchsfilm-Projekte. Erfolgreich in der Finanzierung sind die wenigsten, wie auch in anderen Crowdfunding-Kategorien in Deutschland wenig erfolgreiche Projekte zu finden sind. Auch wirkt das große Angebot an Plattformen auf mich eher unübersichtlich. Statt einem Überangebot sollte man sich vielleicht lieber zu einem großen Portal zusammenschließen, um leichter die Nutzerströme zu kanalisieren.

Ein Projekt, dass mir bei der Recherche ins Auge gefallen ist, und dass ich gerade unterstützt habe, ist Papa Gold. Was hat Regisseur und Hauptdarsteller Tom Lass richtig gemacht, um meine Aufmerksamkeit zu gewinnen? Er hat ein Trailer zu seiner Projekt-Präsentation dazugestellt, der mich überzeugt hat. Grundsätzlich sicherlich nicht unerheblich: Als Nachwuchsfilmer sollte man den möglichen Investoren und Unterstützern ein hochwertigen Filmclip bieten (vielleicht auch eine Beispielszene aus dem Film), der zeigt, wie der Film später mal aussehen könnte.

Ach ja. Und was Tom Lass natürlich auch richtig gemacht hat, um Aufmerksamkeit zu wecken: Er hat das Wort SEX in der Projektbeschreibung in Großbuchstaben geschrieben. Das zieht halt doch immer.

cinemander: Neues VOD-Portal für Independent-Filme

Vor ein paar Tagen ist cinemander an den Start gegangen, ein neues Video-On-Demand-Portal, das sich vor allem in einem Punkt von anderen Angeboten dieser Art absetzt: Bei cinemander kann man Filme ansehen, die nicht zum Mainstream gehören. Kleine Spielfilm-Produktionen, Studentenfilme, ambitionierte Dokus und anspruchsvolle Kurzfilme.

Besonders freut es mich, dass unter den knapp 20 Filmen, mit denen cinemander an den Start ging, auch mein eigener Spielfilm „Caffe della Vita“ ist.

Das Design von cinemander ist schlicht gehalten und ermöglicht es sich schnell zu recht zu finden. Wenn man sich einmal eingeloggt hat, muss man sein Konto aufladen, bequem über PayPal. Dann kann es losgehen.

Ein Film, den man kauft, erscheint sofort in der persönlichen Playlist und kann 48 Stunden lang angesehen werden. Kostet ein Film 1 Euro oder mehr, dann gehen 10 % des Kaufpreises in den cinemander-Filmfördertopf, der einmal im Jahr an Independent-Filmer ausgeschüttet wird.

Vom Konzept her gefällt mir das alles super. Bleibt zu hoffen, dass die Filmauswahl in Zukunft ordentlich wächst und cinemander sein Publikum finden wird. Aber da könnt ihr ja alle kräftig mithelfen —


Link:
cinemander.com

Kostenloser Spielfilm: Oase der Zombies (1981)

Passend zu Jess Francos 80zigstem Geburtstag, der diese Woche war, gibt es seinen Zombieklassiker „Oase der Zombies“ aus dem Jahr ’81 im Internet Archive.

In dem Film stößt eine Truppe Schatzsucher auf Nazi-Zombies. Also so ähnlich wie bei Dead Snow. Nur halt nicht im Schnee, sondern in der Wüste.

Im Filmtagebuch gab es gestern einen interessanten Artikel über den Regisseur.

Hier gibt es den kompletten Film: 700 MB (.avi)

Kostenloser Spielfilmklassiker: M – Eine Stadt sucht einen Mörder

Das ist der Film, der das Serienmörder-Genre erfunden hat. Stammt also aus einer Zeit, in der aus Deutschland noch filmische Innovationen exportiert wurden. 1931 war „M – Eine Stadt sucht einen Mörder“ einer der ersten deutschen Tonfilme.

Echt gruselig ist, dass Fritz Lang bewusst auf musikalische Untermalung verzichtet. So wie Jahrzehnte später bei den Dogma-Filmen gibt es nur Musik, die in der Szene gespielt wird – oder gepfiffen. Die immer wieder kehrende Stille in dem Film wirkt geradezu geisterhaft.

Herunterladen kann man den kompletten FIlm im Internet Archive: MPEG2 (3.5 GB)