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Filmproduktion

Musik für Filmprojekte: lizenzfrei, gemeinfrei, Creative Commons

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Kaum etwas sorgt bei kleinen Filmprojekten für so viel Ärger wie die Musik. Ein Lieblingssong unter dem Abspann kann reichen, damit ein Video gesperrt wird. Es gibt aber legale Wege, und einige kosten nichts.

Die YouTube-Audio-Mediathek

Im September 2013 stellte YouTube eine eigene Audio-Mediathek vor. Zum Start enthielt sie rund 150 Instrumentalstücke, die Creator kostenlos in ihren Videos verwenden durften, auch außerhalb von YouTube. Die Stücke ließen sich nach Genre, Stimmung, Instrument und Länge durchsuchen. Inzwischen ist die Sammlung deutlich gewachsen und um Geräusche ergänzt worden.

Für Webserien und Kurzfilme ist die Mediathek ein guter Anfang. Der Nachteil: Viele Kanäle nutzen dieselben Stücke, sie erkennt man schnell wieder. Für einen Film mit eigener Handschrift reicht das selten.

Creative Commons richtig lesen

Viele Musiker stellen ihre Stücke unter Creative-Commons-Lizenzen ins Netz. Die Abkürzungen sind wichtig:

KürzelBedeutungFür Filmprojekte
CC0Verzicht auf Rechtefrei nutzbar, ohne Namensnennung
BYNamensnennungName, Titel und Lizenz im Abspann nennen
SAWeitergabe unter gleichen Bedingungenkann den ganzen Film betreffen, vorher prüfen
NCnicht kommerziellproblematisch bei Werbung, Monetarisierung oder Festival mit Preisgeld
NDkeine BearbeitungKürzen oder Mischen kann bereits eine Bearbeitung sein

Gerade NC und ND werden oft übersehen. Ein monetarisierter YouTube-Kanal gilt in der Regel nicht mehr als rein privat. Wer unsicher ist, fragt beim Musiker nach. Viele freuen sich über eine Anfrage und erlauben mehr, als die Lizenz verlangt.

Gemeinfrei heißt nicht automatisch frei

Ein häufiger Irrtum betrifft klassische Musik. Die Komposition von Grieg oder Beethoven ist gemeinfrei, die Aufnahme eines Orchesters aber nicht. An Tonaufnahmen bestehen eigene Leistungsschutzrechte, in der EU für 70 Jahre nach Erscheinen. Frei nutzbar sind deshalb nur Aufnahmen, die ausdrücklich gemeinfrei oder unter freier Lizenz veröffentlicht wurden, wie sie etwa Projekte wie Musopen sammeln. Oder man spielt das Stück selbst ein.

Die GEMA-Frage

In Deutschland gilt die sogenannte GEMA-Vermutung: Wer Musik öffentlich nutzt, muss im Zweifel belegen, dass sie nicht von der GEMA vertreten wird. Bei Creative-Commons-Musik von Künstlern ohne GEMA-Mitgliedschaft ist das meist unproblematisch. Bei einer Kinoaufführung oder auf einem Festival sollte man trotzdem eine kurze Liste der Musik mit Lizenzangaben bereithalten.

Content ID und falsche Treffer

Auch korrekt lizenzierte Musik kann bei YouTube eine Content-ID-Meldung auslösen, wenn jemand dieselben Stücke als eigene registriert hat. Ein Einspruch mit Verweis auf die Lizenz klärt das meistens. Deshalb lohnt es sich, Lizenztexte und Download-Quellen für jedes Stück aufzuheben, am besten im Projektordner neben dem Schnittprojekt.

Geräusche und Atmos

Nicht nur Musik braucht Rechte. Auch Geräusche aus Sammlungen im Netz stehen unter Lizenzen, die man lesen sollte. Viele Plattformen für Soundeffekte arbeiten mit denselben Creative-Commons-Kürzeln wie bei Musik. Die YouTube-Audio-Mediathek bietet inzwischen ebenfalls Geräusche an.

Oft ist es aber einfacher, Geräusche selbst aufzunehmen. Schritte, Türen, Regen, Straßenlärm und Raumklang lassen sich mit einem kleinen Rekorder in guter Qualität einfangen. Wer nach dem Dreh noch eine Stunde am Drehort bleibt und gezielt Geräusche sammelt, hat für den Tonschnitt Material, das genau passt. Im Film nennt man das Nachvertonen von Geräuschen Foley, benannt nach dem Tontechniker Jack Foley. Auch bei kleinen Projekten lohnt es, Schritte oder Kleidungsrascheln neu aufzunehmen, wenn der Originalton zu dünn ist.

Eine saubere Ordnerstruktur hilft dabei: Musik, Geräusche und Atmos getrennt, jeweils mit einer Textdatei zur Herkunft und Lizenz. Bei einer späteren Festivalanmeldung oder einem Verkauf an einen Sender ist diese Liste Gold wert.

Die beste Lösung: Komponisten finden

An Musikhochschulen und in Online-Communities gibt es viele Komponistinnen und Komponisten, die Filmerfahrung sammeln wollen. Eine eigene Filmmusik passt genau zum Schnitt, gehört dem Projekt und klingt nicht nach Archiv. Wichtig ist eine schriftliche Vereinbarung darüber, wer welche Rechte erhält und ob die Musik bei der GEMA angemeldet wird.

Schnittprojekt mit eigener Musikspur: Bild, Dialog, Atmo, Musik
Schnittprojekt mit eigener Musikspur: Bild, Dialog, Atmo, Musik

Wie man ein Projekt mit kleinem Budget überhaupt finanziert, steht im Beitrag über Crowdfunding für Spielfilme. Die Lizenzbedingungen im Wortlaut erklärt Creative Commons.

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