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Der Kurzfilm ist die älteste Form des Kinos. Die ersten Filme der Brüder Lumière dauerten weniger als eine Minute. Heute ist er vor allem das Format, mit dem Regisseurinnen und Regisseure anfangen, mit dem Animationsfilmer experimentieren und mit dem Festivals ihr Programm füllen.
Eine feste Grenze gibt es nicht. Die Academy of Motion Picture Arts and Sciences zieht sie für den Oscar bei 40 Minuten einschließlich Abspann. Viele Förderungen und Festivals in Deutschland setzen die Grenze niedriger an, meist bei 30 Minuten. Die meisten Kurzfilme sind deutlich kürzer: zwischen fünf und fünfzehn Minuten, weil Festivals solche Längen leichter in ein Programm einbauen können.
Das wichtigste deutsche Festival sind die Internationalen Kurzfilmtage Oberhausen, die es seit 1954 gibt. Dort verlasen junge Filmemacher 1962 das Oberhausener Manifest, mit dem der Neue Deutsche Film begann. Dazu kommen viele weitere Kurzfilmfestivals in Hamburg, Berlin, Dresden und anderen Städten. Für Filmemacher sind Festivals die wichtigste Bühne: Hier entstehen Kontakte, hier werden Verleiher und Sender aufmerksam.
Seit 2012 gibt es in Deutschland außerdem den Kurzfilmtag am 21. Dezember, dem kürzesten Tag des Jahres. Die Idee stammt aus Frankreich, wo er 2011 als Le jour le plus court begann. Koordiniert wird er hierzulande von der AG Kurzfilm, dem Bundesverband Deutscher Kurzfilm. Kinos, Schulen, Bibliotheken und Vereine zeigen an diesem Tag Kurzfilme, oft bei freiem Eintritt.
Für den Kurzfilm war das Internet ein Glücksfall. Im Fernsehen hatte er kaum Sendeplätze, online kann jeder Film sein Publikum finden. Viele Filmemacher stellen ihre Werke nach der Festivalauswertung frei ins Netz. Die Mediatheken von arte und 3sat zeigen regelmäßig Kurzfilmprogramme, mehr dazu im Beitrag über die Mediatheken.
Wer selbst einen Kurzfilm drehen will, findet in den Beiträgen zu Optiken, Musikrechten und Crowdfunding das nötige Handwerkszeug. Viele Webserien beginnen übrigens als Kurzfilm, aus dem dann eine Fortsetzung wird.

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