B-Movies im Netz: was legal frei verfügbar ist
Monster aus Pappmaché, Außerirdische mit sichtbaren Reißverschlüssen, Dialoge zum Mitsprechen: B-Movies haben eine treue Fangemeinde. Einige von ihnen sind tatsächlich legal frei verfügbar, andere nur scheinbar.
Woher der Begriff kommt
In den 1930er Jahren zeigten amerikanische Kinos oft zwei Filme zum Preis von einem. Der Hauptfilm, der A-Film, war die teure Produktion mit Stars. Davor lief ein billig gedrehter, kürzerer Film, das B-Picture. Kleine Studios, die man Poverty Row nannte, lieferten solche Filme am Fließband: Western, Krimis, Horror.
Später wurde B-Movie zum Sammelbegriff für Filme mit kleinem Budget und großem Ehrgeiz. Roger Corman drehte Dutzende davon, oft in wenigen Tagen, und gab dabei jungen Regisseuren wie Francis Ford Coppola und Martin Scorsese frühe Chancen. Viele B-Movies sind schlecht, einige sind gerade deshalb Kult, und manche sind besser als ihr Ruf.
Night of the Living Dead
Das bekannteste Beispiel für einen gemeinfreien Film ist George A. Romeros Night of the Living Dead von 1968. Der Verleih vergaß bei der Erstaufführung den damals in den USA nötigen Copyright-Vermerk auf den Kopien. Damit fiel der Film dort sofort in die Public Domain. Er ist deshalb auf unzähligen Plattformen zu finden, darunter im Internet Archive. Für die Macher war das ein finanzieller Verlust, für die Verbreitung des Films ein Glücksfall: Kaum ein Horrorfilm ist so oft gesehen worden.
The Last Man on Earth
Ein zweites Beispiel ist The Last Man on Earth von 1964 mit Vincent Price, die erste Verfilmung von Richard Mathesons Roman I Am Legend. Auch er gilt in den USA als gemeinfrei und ist dort frei abrufbar. Der Film ist düster und ruhig und zeigt, wie viel Atmosphäre mit wenig Geld möglich ist.
Der Haken mit den Schutzfristen
Diese Beispiele haben eine Gemeinsamkeit: Sie sind in den USA gemeinfrei, weil dort lange formale Regeln wie der Copyright-Vermerk galten. Das deutsche Urheberrecht kennt solche Formvorschriften nicht. Hier ist ein Film geschützt, bis 70 Jahre nach dem Tod des letzten maßgeblichen Urhebers vergangen sind, also Regie, Drehbuch, Dialog und Filmmusik.
Wo man B-Movies legal findet
- Internet Archive: große Sammlung von Spielfilmen, die in den USA gemeinfrei sind, inklusive vieler Horror- und Science-Fiction-Filme.
- Mediatheken: arte und die dritten Programme zeigen regelmäßig Genre-Klassiker, oft in Themenreihen. Mehr im Beitrag über die Mediatheken.
- Werbefinanzierte Streamingdienste: haben oft eine eigene Rubrik für Trash und Kult.
- Filmclubs und Kinos: Mitternachtsvorstellungen mit B-Movies sind ein Erlebnis für sich.
Vom Kino in die Videothek
In den 1980er Jahren fand das B-Movie eine neue Heimat: die Videothek. Billig produzierte Horror-, Action- und Science-Fiction-Filme wurden direkt für den Verleih auf Kassette gedreht. In Deutschland landeten viele davon auf dem Index, weil sie als jugendgefährdend eingestuft wurden. Einige dieser Filme sind inzwischen neu geprüft und freigegeben worden, andere bleiben bis heute beschränkt.
Mit dem Streaming hat sich das Prinzip wieder verschoben. Low-Budget-Filme erscheinen heute oft direkt bei Streamingdiensten oder als Video on Demand. Das Etikett B-Movie hat sich dabei verselbstständigt: Manche Produktionen spielen absichtlich mit dem Stil alter Billigfilme, mit übertriebenen Effekten und augenzwinkernden Dialogen. Echte B-Movies entstehen dagegen weiterhin dort, wo wenig Geld und viel Ehrgeiz zusammenkommen, oft bei jungen Teams, die mit einem Genrefilm auf sich aufmerksam machen wollen.
Lernen vom B-Movie
Wer selbst Filme dreht, kann von B-Movies viel lernen. Sie zeigen, wie man mit begrenzten Mitteln Spannung erzeugt: wenige Schauplätze, Licht und Schatten statt Effekten, eine Bedrohung, die man lange nicht sieht. Gerade Low-Budget-Horror funktioniert nach diesen Regeln bis heute. Weitere Klassiker und Genres stellt die Rubrik Filme sehen vor, Details zur Schutzfrist erklärt der Wikipedia-Artikel Public Domain.

