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Webserien

Webserien finanzieren

Aktualisiert am · 3 Min. Lesezeit

Auch eine kleine Webserie kostet Geld: Technik, Fahrten, Verpflegung, Requisiten, Musik, manchmal Gagen. Selten kommt alles aus einer Quelle. Die meisten Projekte setzen sich aus mehreren Bausteinen zusammen.

Der Finanzierungsmix

Die folgende Übersicht zeigt, welche Quellen typischerweise zusammenkommen. Die Anteile unterscheiden sich von Projekt zu Projekt stark, aber kaum eine Serie kommt mit nur einem Baustein aus.

Typische Bausteine einer Webserien-Finanzierung (schematisch, ohne feste Anteile)
Typische Bausteine einer Webserien-Finanzierung (schematisch, ohne feste Anteile)

Eigenmittel und Sachleistungen

Fast jede Webserie beginnt mit eigenem Geld und mit Leistungen, die nicht bezahlt werden: Freunde spielen mit, die Wohnung wird zum Drehort, die Kamera ist geliehen. Das ist legitim, sollte aber dokumentiert werden. Wer später Förderung beantragt, kann solche Eigenleistungen oft als Eigenanteil angeben.

Crowdfunding

Für viele Webserien ist Crowdfunding der zweite Schritt: Die erste Folge oder ein Teaser entsteht mit eigenen Mitteln, die Kampagne finanziert den Rest. Wie Kampagnen funktionieren und woran sie scheitern, beschreibt der Beitrag Crowdfunding für Spielfilme. Für Serien gilt zusätzlich: Unterstützer wollen regelmäßig Neues sehen. Eine Kampagne pro Staffel funktioniert besser als eine große für ein vages Gesamtprojekt.

Förderung

Mehrere Länderförderungen in Deutschland haben Programme für serielle und digitale Formate geöffnet. Die Bedingungen ändern sich häufig, deshalb lohnt es sich, die aktuellen Richtlinien direkt bei der Förderung des eigenen Bundeslandes nachzulesen. Fast immer gilt: Antragsteller brauchen eine Produktionsfirma oder müssen Erfahrung nachweisen, ein Teil des Budgets wird im Förderland ausgegeben, und Anträge brauchen Zeit. Für Studierende sind Hochschulmittel und Nachwuchsprogramme oft der leichtere Einstieg.

Sender und Plattformen

Öffentlich-rechtliche Angebote wie funk beauftragen Webserien, vor allem für junge Zielgruppen. Dafür braucht es ein überzeugendes Konzept und meistens eine Produktionsfirma als Partner. Die Rechte liegen danach in der Regel beim Auftraggeber, dafür ist die Serie finanziert und hat Reichweite.

Bei YouTube und anderen Plattformen kommen Werbeeinnahmen erst ab einer bestimmten Größe des Kanals. Für die meisten Webserien reichen sie nicht, um eine Produktion zu tragen. Unterstützerplattformen mit monatlichen Beiträgen können dagegen ein verlässliches Grundeinkommen für weitere Folgen schaffen, wenn es bereits treue Zuschauer gibt.

Sponsoring und Produktplatzierung

Unternehmen zahlen für die Sichtbarkeit ihrer Produkte oder unterstützen ein Projekt mit Sachleistungen. Das ist erlaubt, muss aber gekennzeichnet werden. In Deutschland verlangen der Medienstaatsvertrag und das Wettbewerbsrecht, dass Werbung als solche erkennbar ist. Ein Hinweis zu Beginn der Folge und in der Beschreibung ist Pflicht, sobald Geld oder nennenswerte Sachwerte fließen.

Rückstellungen

Bei Rückstellungsverträgen verzichten Beteiligte zunächst auf ihre Gage oder einen Teil davon. Sie werden bezahlt, wenn die Serie Einnahmen erzielt. Das macht Projekte möglich, die sonst nie zustande kämen, sollte aber fair geregelt sein: Wer wird in welcher Reihenfolge bezahlt, ab welcher Summe, und wer prüft die Abrechnung?

Versicherung und Verträge

Zu den Kosten, die gern vergessen werden, gehört die Versicherung. Leihgeräte sind oft nur versichert, wenn der Mieter selbst eine Versicherung nachweist. Für Drehs im öffentlichen Raum verlangen Städte manchmal eine Haftpflichtversicherung. Es gibt Policen speziell für kleine Produktionen, die tageweise abgeschlossen werden können.

Ebenso wichtig sind Verträge mit allen Beteiligten. Auch wenn niemand Geld bekommt, sollte schriftlich festgehalten sein, wer welche Rechte überträgt und wer am Gewinn beteiligt wird, falls es einen gibt. Muster für solche Vereinbarungen bieten Branchenverbände und Filmschulen. Klare Regeln am Anfang verhindern Streit am Ende, wenn eine Serie unerwartet erfolgreich wird oder ein Sender sie kaufen will.

Ein realistischer Plan

Ein einfacher Finanzplan listet alle Ausgaben, auch kleine wie Fahrtkosten und Versicherung, und ordnet jeder Position eine Quelle zu. Ein Puffer von zehn bis fünfzehn Prozent für Unvorhergesehenes ist keine Verschwendung, sondern die Regel. Vor dem Dreh hilft außerdem der Blick in die fünf Tipps für Webserien-Produzenten.

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